+49 35322 390
Teilen auf Facebook   Teilen auf Twitter   Als Favorit hinzufügen   Link verschicken   Drucken
 

Der Unterricht im Keller ist passé

26.01.2011

Die Neugier hat am Montagnachmittag Hunderte in die Berg-Grundschule getrieben. Schüler und Lehrer präsentierten bei einer Schulhausparty stolz den lang ersehnten Schulanbau. In der proppenvollen neuen Aula gab es das offizielle Dankeschön an die Stadt und die Handwerker.

 

 

 

Die Zeit des Unterrichts im dunklen Keller ist vorbei. Das verkündete Schulleiterin Christina Freudenberg-Klaus sichtlich erleichtert. Lediglich Wirtschaft, Arbeit, Technik (WAT) wird noch dort gelehrt. Mit dem Schulanbau - der nach dem Entwurf von Architekt Chris Heller das 60 Jahre alte Schulhaus endlich vollendet - sind zusätzliche Räume geschaffen worden. Hell, freundlich und modern. Davon konnten sich die Besucher überzeugen. Lehrerzimmer und Aula inklusive. Per Handschlag hat Bürgermeister Bodo Broszinski (FDP) im Namen der Stadt den Schulanbau an die Schulleiterin übergeben.

Zu den 250 Berg-Grundschülern gehört auch die sechsjährige Hanna. Die Erstklässlerin erzählte ihrer Mama Simone und Opa Frank Liebe, dass das Lernen jetzt viel mehr Spaß macht. Stolz zeigte sie den beiden den neuen Raum für den Flex-Teilungsunterricht und führte sie durch das Schulhaus.


Langer Kampf

Zäh und nervenaufreibend hatte sich das jahrelange Ringen um die Genehmigung als Ganztagsschule und schließlich um die Förderung für den Schulanbau hingezogen. Schulleiterin und Bürgermeister erinnerten am Montag daran. Das eindeutige Bekenntnis der Stadtverordneten für die letzte staatliche Schule in der Stadt ebnete schließlich den Weg für umfangreiche Investitionen. »Das Konjunkturpaket hat uns dabei geholfen«, betonte das Stadtoberhaupt.

In den Anbau flossen allein 475 000 Euro, wovon 425 000 Euro von Bund und Land kamen. Viele städtische und regionale Firmen durften mit Hand anlegen. Zudem wurden für ein neues Dach und die energetische Sanierung 235 000 Euro, für die Computertechnik 26 000 Euro und für das Mobiliar 45 000 Euro aufgewendet. »Macht insgesamt 965 000 Euro, fast eine Million, die wir in die Zukunft der Kinder investiert haben«, fasste Broszinski zusammen. Fast 500 000 Euro habe die Stadt aus eigener Kraft beigesteuert - trotz angespannter Haushaltssituation und Spardebatte, was nicht leicht gewesen sei. »Das ist doch was!«, raunte es staunend und anerkennend in der Aula bei diesen Zahlen.

Neue Träume

Nicht einmal ein Jahr ist ins Land gegangen - der Grundstein wurde am 26. März 2010 gelegt, bis der erste Unterricht im Anbau abgehalten werden konnte. Während des laufenden Schulbetriebs, mit so mancher Einschränkung und Lärmbelästigung, haben die Arbeiter den Neubau hochgezogen und ausgebaut. Jenny Rietschel und Lea Kirchner aus der Klasse 4a haben unter großem Beifall als Putzfrau und Schulgespenst den Traum vom Schulanbau und die Bauphase pointiert zusammengefasst.

Doch an der Schule wird schon wieder weitergeträumt: vom neuen Schulzaun, einer Verkleidung fürs Bushäuschen und einer Wohlfühloase Schulhof. Aber zunächst muss erst einmal das Dach vom Hortgebäude repariert werden.

 

Von Heike Lehmann, erschienen in der Lausitzer Rundschau am 26.01.2011

 

Foto: Vorschaubild zur Meldung: Der Unterricht im Keller ist passé