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Brandenburg schaut nach Doberlug

Doberlug-Kirchhain, den 01.11.2011

Die 1. Brandenburgische Landesausstellung wird 2014 in Doberlug-Kirchhain (Elbe-Elster) stattfinden. Das hat Kulturministerin Sabine Kunst (parteilos) am Dienstag nach dem Kabinettsbeschluss verkündet. Arbeitstitel ist „Preußen-Sachsen. Sachsen-Preußen. Bilder einer Nachbarschaft.“

 

„Ich bin gespannt auf die erste historische Landesausstellung zur gemeinsamen Geschichte Brandenburgs und Sachsens“, sagte die Ministerin vor Journalisten. Sie verspreche sich davon „eine Stärkung der Landesidentität und mehr Verbundenheit mit dem Land“. Anlass für die Ausstellung ist der 200. Jahrestag des Wiener Kongresses. Nach den Napoleonischen Kriegen wurde 1814/15 Europa politisch neu geordnet. Dabei ist auch die Niederlausitz Preußen zugesprochen worden.

Ausstellungsort wird das historische Kloster- und Schlossensemble in Doberlug sein. Für Sabine Kunst ein authentischer Ort und „in seiner Gesamtheit von herausragender Schönheit“. Das Zisterzienserkloster Dobrilugk ist das älteste Kloster zwischen Elbe und Oder. „Seit Jahren werden dort und im benachbarten Spätrenaissance-Schloss mit finanziellen Mitteln von EU, Bund, Land, Stadt und Kirche die baulichen Anlagen saniert“, würdigte die Ministerin.

Die Landesausstellung wird in Verantwortung des Hauses der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte vorbereitet. Verschiedene kulturelle und wissenschaftliche Institutionen in Brandenburg und Sachsen konnten als Kooperationspartner gewonnen werden. Dazu zählen die Universität Potsdam, die Staatlichen Kunstsammlungen in Dresden, die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg, das Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde und die Hochschule für Film und Fernsehen „Konrad Wolf“. Für ein gutes Gelingen hofft Kunst in den nächsten drei Jahren auf die Unterstützung von Wirtschaft und Tourismus.

Den Ausstellungsrahmen bildet die Ereigniskette vom 16. Jahrhundert bis zur Reichseinigung, als auch Preußen und Sachsen in einem größeren Gebilde aufgingen. Das wechselhafte Spannungsverhältnis zwischen Sachsen und Preußen zu beleuchten, mache den Reiz der ersten Landesausstellung aus, erklärte Dr. Kurt Winkler, Direktor des Hauses der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte. Interessante Facetten und unentdeckte Schätze aus 400 Jahren sollen von Sommer bis Herbst 2014 in Doberlug-Kirchhain gezeigt werden. „Von der einst reichen Ausstattung des Schlosses ist nichts mehr erhalten“, so Winkler. Dafür verspricht er „hochrangige Leihgaben“. „Wir bemühen uns zum Beispiel um die Schlussakte des Wiener Kongresses.“ Die Geschichten von Hofkomponist Carl Heinrich Graun aus Wahrenbrück, der Gräfin Cosel und Fürst Pückler will man erzählen, aber auch viele kleine Geschichten am Rande. „Museumspartner in der Region sind eingeladen, mit eigenen Ausstellungen das große Vorhaben zu ergänzen“, so Winkler. Die Ausstellungskosten werden sich auf 2,5 Millionen Euro belaufen. Sie sollen zur Hälfte von Kulturstiftungen und privaten Trägern finanziert werden.

Der Ausstellungsbereich im Innern des Schlosses, der modernsten musealen Ansprüchen genügen soll, wird über das Kommunale Kulturinvestitionsprogramm gefördert. Sabine Kunst hat einen Bescheid an den Doberlug-Kirchhainer Bürgermeister Bodo Broszinski (FDP) überreicht. Das Vorhaben kostet 1,65 Millionen Euro. Das Land stellt 905 000 Euro EFRE-Mittel zur Verfügung. Die kommunalen Eigenmittel betragen 750 000 Euro. Bürgermeister Broszinski und Elbe-Elster-Landrat Christian Jaschinski (CDU) erhoffen sich von der Landesschau einen Schub für Kulturtourismus und Wirtschaft in der Region.

Von Heike Lehmann, erschienen in der Lausitzer Rundschau am 26.10.2011

 

Foto: Vorschaubild zur Meldung: Brandenburg schaut nach Doberlug