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Auch Konfliktlösung steht im Stundenplan

28.11.2011

Beatrice Voigt hat jetzt vor den Mitgliedern des Doberlug-Kirchhainer Ausschusses für Stadtentwicklung, Bildung, Soziales und Tourismus von ihrer Arbeit berichtet.

Noch bis zum 31.August 2012 läuft ihr Vertrag als Schulsozialarbeiterin der Berg-Grundschule. Die Kloster- und Gerberstadt war 2009 in diesem Punkt Vorreiter und hat als erste die Schulsozialarbeit an einer Grundschule in Kooperation mit dem Finsterwalder Familienhilfe-Verein als Träger eingeführt. Zum Schuljahr 2012/13 müssen die Stadtverordneten entscheiden, ob die Schulsozialarbeit an der Berg-Grundschule fortgesetzt werden soll.

Entsprechend interessiert verfolgten die Ausschussmitglieder jetzt den Arbeitsbericht von Beatrice Voigt. Von den 250 Schülern der Berg-Grundschule erreiche sie gezielt 107 Schüler der 5., 6. und 3. Klassen, erklärte sie.

Soziale Rollen

Im Unterricht vermittele sie „Soziales Lernen“. Mit den Klassenräten der 5. und 6. Klassen treffe sie sich einmal wöchentlich. Sie bestehen aus Präsident, Regelwächter und Protokollführer. In diesen Rollen, die wechselnd ausgefüllt werden, lernen die Kinder „soziales Verhalten, Verantwortungsbewusstsein, Konfliktlösung und demokratisches Handeln“, erläuterte sie. Mit den 3. Klassen wurde jetzt das Projekt „Faustlos“ wieder gestartet, bei dem es um gewaltfreie Konfliktlösungen geht.

Steffen Weider, Geschäftsführer des Familienhilfe-Vereins, verwies auf Erfahrungen mit der Schulsozialarbeit an weiterführenden Schulen seit 1993. „Teilweise kümmern wir uns um Kinder mit großen Problemen und sind oft die Feuerwehr, wenn es schon gebrannt hat“, veranschaulichte er. Beatrice Voigt schildert, dass sie viel in kleinen Gruppen arbeitet, aber auch einzelne Schüler fördert. Sie leitet an der Schule eine Arbeitsgruppe Mediation und eine für Spiel und Bewegung. Zudem kümmert sie sich um Hortkinder und ist jeden Mittwoch im Jugendhaus der Stadt zu Gast. Suchen Kinder ihre Hilfe, steht ihnen zur Kontaktaufnahme auch ein Kummerkasten, den allein die Schulsozialarbeiterin leert, zur Verfügung.

Andreas Töpper (SPD/FDP) fragte, wie hoch der Bedarf an intensiverer Betreuung ist. „In Kleingruppenarbeit habe ich derzeit zwölf Schüler“, so Beatrice Voigt. Und sie sei froh, dass es nicht mehr sind.

Eigene Räume

Werner Richter, sachkundiger Einwohner für die Fraktion WBU-LUN, hinterfragte Sprechzeiten, Räumlichkeiten sowie Kontakte mit Lehrern und Eltern. Die Schulsozialarbeiterin bezeichnete ihre Arbeitsbedingungen als gut, sie könne sich mit den Schülern ungestört unterhalten. Die Zusammenarbeit mit den Lehrern beschrieb sie als sehr gut, mit den Eltern suche sie bei Bedarf das Gespräch.

Von Heike Lehmann, erschienen in der Lausitzer Rundschau am 28.11.2011