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Für den Einsatz im nassen Element

25.01.2012

Personen zu retten ist Bestimmung der freiwilligen Feuerwehren. Aus brennenden Häusern, Unfallfahrzeugen, von Baugerüsten – ihre Einsatzorte können sie sich nicht aussuchen. Im Notfall muss jeder Handgriff sitzen und darf der Retter nicht schlappmachen. Auch nicht beim Einsatz im Wasser. Deshalb lassen sich Schönborner und Rückersdorfer Kameraden jetzt zum Rettungsschwimmer ausbilden.

„Sachen anziehen!“ Laut halt das Kommando von Schwimmmeister Uwe Schwarze durch die Schwimmhalle im Doberlug-Kirchhainer Sportzentrum. Es gilt den Teilnehmern an der Rettungsschwimmerausbildung. Was widersprüchlich klingt, wenn es ums Schwimmen geht, macht doch Sinn. „Wir trainieren heute Abschlepptechniken mit Sachen und das Retten von Personen aus dem Wasser“, erklärt Schwarze.

In voller Montur ins Lehrschwimmbecken springen auch Axel Polster, Christoph Zakarzecki und Stefanie Krause von der Freiwilligen Feuerwehr Rückersdorf sowie Hannes Scharf, Dirk Langheinrich und Ronny Schönitz von der Freiwilligen Feuerwehr Schönborn. Sie sind die ersten sechs ehrenamtlichen Feuerwehrleute aus dem Amt Elsterland, die sich zum Rettungsschwimmer ausbilden lassen. Rund 100 Euro pro Person lässt sich das Amt als Träger des Brandschutzes diese zusätzliche Qualifikation kosten. „Auch im neuen Jahr soll wieder Geld dafür eingeplant werden“, so Angela Benning vom Ordnungsamt. Genügend Interessenten in den Reihen der Feuerwehr gebe es.

Insgesamt 16 Stunden umfasst der Lehrgang, so Ausbilder Uwe Schwarze, der bei Feuerwehren und Kindergärten glaubt, eine „Marktlücke“ entdeckt zu haben. Der Schwimmhalle, die aus Kostengründen schon als Streichposten ins Visier der Abgeordneten geraten war, bringt das mehr Nutzer und Einnahmen.

„Wir sind als Wehren ausgerüstet mit Schlauchbooten, haben den Badesee in Rückersdorf und andere Kiesteiche und Restlöcher“, betonen Stefanie Krause und Dirk Langheinrich. „Da kann es schnell passieren, dass jemand gerettet werden muss“, meint Langheinrich. Am Blauen See war vor Jahren ein Schlittschuhläufer eingebrochen. Für ihn kam leider jede Rettung zu spät – die Feuerwehren konnten ihn nur noch bergen. Stefanie Krause und Ronny Schönitz haben als Jugendwarte zudem die bessere Betreuung der Kinder im Blick.

Einig sind sich alle darin, dass sie in den letzten Wochen fitter geworden sind. Ronny Schönitz: „Vor allem das Streckentauchen war anfangs schwer.“ Jetzt, fast am Ende der Ausbildung, staunen sie über sich selbst und ihr Vertrauen in ihre eigenen Kräfte.

 

Zum Thema:

Hintergrund: Anmeldungen für die Rettungsschwimmerausbildung nimmt Uwe Schwarze unter Telefon 0162 4053417 entgegen. Neben den Feuerwehren gehört noch bis April auch die HIL GmbH zu den Nutzern der Schwimmhalle Doberlug. „Im Rahmen unseres Gesundheitsmanagements finanzieren wir unseren Beschäftigten Aquajogging und Schwimmen“, erklärt Werkleiter Peter Beuckmann. Nicht zuletzt wolle man so einen Beitrag zum Erhalt der Schwimmhalle leisten.
 
Von Heike Lehmann, erschienen in der Lausitzer Rundschau am 25.01.2012
 

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