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Neu: Geistliches Wort jetzt auch im "Wochenkurier"

20.03.2020

Wie manche vielleicht mitbekommen haben, hat die Lausitzer Rundschau jüngst das geistliche Wort zum Sonntag aus ihrer Zeitung genommen und begründete dies mit der redaktionellen Erneuerung ihrer Aufmachung. Nachdem es dazu in den letzten Wochen eine lebhafte Diskussion in der LR gegeben hat, in der sich viele für eine Wiederaufnahme dieser Rubrik ausgesprochen hatten, der Chefredakteur jedoch nicht davon zu überzeugen war, ist der Kirchenkreis an den "Wochenkurier" herangetreten. Dieser nimmt neuerdings unser kirchliches Anliegen auf und lässt kirchliche Mitarbeiter unter der Kolumne "Übrigens" zu Wort kommen. Das freut uns sehr, und wir danken allen Beteiligten für diese Möglichkeit eines christlichen Standpunktes in unserer lokalen Presse. 

Hier der erste Beitrag dieser Art, verfasst von Superintendent Köhler selbst (WochenKurier vom 20./21.03.2020):

 

Die Welt von morgen – die Aufgabe von heute

 

Was für eine Zeit! Die Schulen und Kitas geschlossen! In Berlin sind die Bars und Kneipen dicht. Menschen kaufen ein, manchmal, als gäbe es kein Morgen. Was kommt als nächstes? Welche Einschränkung werden wir erleben? Dann die Angst, die langsam, aber sicher aufkommt. Ist die Welt von morgen noch die Welt, die wir kennen? Werden wir uns möglicherweise auf längere oder gar bleibende Einschränkungen einrichten müssen? Werden wir es schaffen, als Gesellschaft zu bestehen, die füreinander eintritt? Wenn ich höre, dass Menschen nicht nur in Massen Produkte kaufen, die gefragt sind, sondern sie zum überhöhten Preis im Internet zum Verkauf anbieten, frage ich mich, wie zivilisiert wir wirklich sind. Vielleicht ist der soziale Zusammenhalt unserer Gesellschaft nur ein dünner Kitt. Ich denke an die Mahnung, die Paulus vor langer, langer Zeit an christliche Gemeinden geschrieben hat: „Einer trage des anderen Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen.“ Wir sollen füreinander da sein. Der Nachbar ist ebenso wichtig wie ein Familienmitglied. Es ist diese Aufgabe, die wir als Christen haben: uns einsetzen für andere, übrigens nicht nur in tätiger Hilfe, auch im Gebet für andere. Darum werden wir auch weiter zu Gott beten und ihm danken für alle Hilfe und bitten für alle Menschen in Not. Und auch praktisch helfen. Nur im Miteinander bleiben wir Menschen und unsere Gesellschaft menschlich.

 

Bleiben Sie gesund und gelassen

Ihr Superintendent

Thomas Köhler