Wildkatzen-Jagd im Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft bringt Einblicke in die heimische Fauna
Bad Liebenwerda: Die Naturwacht im Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft bietet unerwartete, heimliche Einblicke in die heimische Fauna durch ein Langzeitmonitoring mit Wildkameras und Lockstäben während der Paarungszeit von Ende Januar bis April. Die erhoffte Wildkatze war bisher nicht dabei, aber dafür gibt es den ein oder anderen lustigen Schnappschuss.
Es wird Jagd auf Samtpfoten im Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft gemacht: Nicht mit dem Gewehr, sondern mit baldriangetränkten Lockstäben und Wildkameras suchen die Rangerinnen der Naturwacht nach der europäischen Wildkatze (Felis silvestris). Seit drei Jahren werden immer im Winter zwölf Lockstäbe im ganzen Naturpark verteilt aufgestellt, die angeraut sind und an denen sich die Katzen aufgrund des unwiderstehlichen Duftes reiben sollen. Das Fell der Feliden bleibt dabei am Stab hängen und wird anschließend im Labor durch einen DNA-Nachweis eindeutig der Wildkatze zugeordnet. Eine Wildkamera überwacht die Duftfalle, um Bildmaterial zu sammeln.
Was in den Naturparken Schlaubetal und Hoher Fläming hervorragend funktioniert und auch im Biosphärenreservat Spreewald Beweise für ansässige Wildkatzen lieferte, erbrachte im südlichen Schwester-Naturpark bisher noch keinen positiven Nachweis. „Aber die Wildkameras liefern wertvolle Einblicke in die Fauna des Naturparks“ so Rangerin Susann Nitzsche. Ob Wolf, Haubenmeise, Schwarzspecht oder Baummarder: Die Bilder wecken mit ihren Einblicken in die heimischen Wälder Begeisterung.
Wer noch mehr über das heimliche Leben der Tiere und Pflanzen im Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft erfahren möchte, bekommt seine Chance bei den nächsten Rangertouren (Anmeldung unter oder 0170 57 50 385):
20.06.26, 20 Uhr, Hohenleipisch, Rangertour Sommerkäfer
31.07.26, 14 Uhr, Rothstein, Rangertour Felsenflechte
22.08.26, 18 Uhr, Kraupa, Rangertour Versteckte Welten III
Hintergrund Wildkatze
Die Wildkatze galt jahrzehntelang als ausgestorben in Brandenburg. Nun kehrt das scheue Säugetier zurück. Der Waldumbau und mehr Totholz in den Wäldern begünstigen die Wiederbesiedlung in Brandenburg. Wildkatzen leben bevorzugt in großen und möglichst ungestörten Wäldern, wie sie in den Wildnis- oder manchen Naturschutzgebieten vorkommen. Der genetische Erstnachweis gelang 2023 auf den Flächen der Wildnisstiftung in Jüterbog. Mittlerweile sind Wildkatzen auch in den Biosphärenreservaten Flusslandschaft Elbe-Brandenburg sowie Schorfheide-Chorin und auch im Naturparken Hoher Fläming und Schlaubetal nachgewiesen.
Das Wildkatzenmonitoring ist Teil des BUND-Projekts „Wildkatzenwälder von morgen“, das im Rahmen des Bundesprogramms Biologische Vielfalt gefördert wird. Koordiniert wird es in Brandenburg vom Artenkompetenzzentrum des Landesamtes für Umwelt in Zippelsförde.
Hintergrund Naturwacht Brandenburg
Die Rangerinnen und Ranger der Naturwacht Brandenburg arbeiten seit 1991 in 15 Nationalen Naturlandschaften (Großschutzgebieten) des Landes als Mittler*innen zwischen Mensch und Natur. Auf rund 9.000 Quadratkilometern – einem Drittel der Landesfläche – sind sie unterwegs und erfassen Daten zu Tier- und Pflanzenbeständen, Grundwasserspiegeln sowie zur Qualität von Gewässern. Sie setzen im Nationalpark, den drei Biosphärenreservaten und den elf Naturparken zahlreiche Natur- und Artenschutzmaßnahmen um und kontrollieren deren Erfolg.
Gleichzeitig sind die 90 Rangerinnen und Ranger ansprechbar für alle, die in den Nationalen Naturlandschaften leben, arbeiten oder zu Gast sind. Sie begleiten jährlich rund 7.500 Interessierte auf mehr als 420 geführten Touren, teilen ihr Wissen und sensibilisieren für richtiges Verhalten in den Schutzgebieten. Damit stärken sie auch den Naturtourismus in der Region. Ein weiteres Arbeitsfeld ist die Bildung für Nachthaltige Entwicklung, BNE: In ihrer Arbeit mit Junior-Ranger-Gruppen oder in Schul-AGs weckt die Naturwacht Interesse an Themen rund um die Nachhaltigkeit und motiviert und befähigt die Kinder, selbst aktiv zu werden.
Rund 390 Freiwillige unterstützen die Naturwacht Brandenburg bei diesen vielfältigen Aufgaben. Seit 1997 arbeitet die Naturwacht unter dem Dach der Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg. Mehr Informationen unter: www.naturwacht.de
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Wildkatzen-Jagd (MO, 15. Juni 2026)
















