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Vom selbstbewussten Däumelinchen

12. 01. 2011

Karin Heym fühlt sich fürs Rentnerleben noch zu jung. Die ehemalige Chefin der Cottbuser Puppenbühne „Regenbogen“ lässt nach wie vor die Puppen tanzen und will jetzt auch andere dafür begeistern.

 

Karin Heym ist 65, könnte also Haus und Hof sowie das Leben mit ihren Enkelkindern in Frankena genießen. Tut sie auch, aber es reicht ihr nicht. Die agile Frau ist durch und durch Puppenspielerin und sucht jetzt auf Anregung vom Kreiskulturamt des Landkreises Elbe-Elster Mitstreiter für eine Amateurpuppenbühne. Damit soll an die Wurzeln des Wanderpuppentheaters in der Region angeknüpft werden. Ein entsprechender Kurs ist an der Kreisvolkshochschule geplant. Ideale Besetzung für die Rolle der Kursleiterin: Karin Heym.

Die gelernte Kindergärtnerin hat 1965 mit anderen Amateuren begonnen zu spielen. Dies auch zu ihrem Beruf zu machen, war nur konsequent. Sie absolvierte eine Spezialausbildung in der Fachrichtung Puppentheater an der Schauspielschule »Ernst Busch« in Berlin in Kombination mit der Volkskunstschule Leipzig. Das Abschlusszeugnis weist sie als Regisseurin für Puppentheater aus.

In die Puppenbühne Regenbogen in Cottbus hat Karin Heym viel Lebenszeit gesteckt. Von klein auf dabei war Tochter Franziska. Inzwischen ist sie 37 und spielt einige Stücke gemeinsam mit ihrer Mutter. Puppenbühne Unikum nennen sie sich und tingeln in Kindergärten, auf Betriebsfeiern und Dorffesten. »Wenn zwei sich streiten« heißt eines ihrer selbstgeschriebenen Stücke. »Das Entlein Pipka« begleitet Karin Heym schon seit Jahrzehnten. Für »Hasenhänschen - Wackelschwänzchen«, ein Einmann-Stück, holt sie sieben verschiedene Stimmen aus ihrem Repertoire.

Mit praxisbezogenem Spiel wolle man für den Kurs an der Volkshochschule vor allem Kita-Erzieherinnen oder Lehrerinnen ansprechen. »In der Kunstgattung Puppenspiel ist alles enthalten - darstellendes Spiel, Musik, Sprache, Texte, Märchen«, gerät Karin Heym ins Schwärmen.

Sie spielt mit Hand-, Knauf- oder Stabpuppen. Selbstgebauten, versteht sich. Das handwerkliche Geschick dazu ist ihr wohl in die Wiege gelegt. »Ich staune selbst manchmal, was dabei entsteht«, meint sie. Ihre Puppen haben Seele und Charakter. »Die Idee zu einer Puppe entwickelt sich über einen längeren Zeitraum, manchmal bei längeren Radtouren«, beschreibt Karin Heym diesen Prozess. Ihr Däumelinchen zum Beispiel sollte Selbstbewusstsein verkörpern. »Diese Puppe habe ich mehrfach angefangen, weil ich lange nicht zufrieden war«, erinnert sie sich. Anders beim Teufelchen, eine ihrer ersten eigenen Puppen. Es ist aus Schaumstoff geboren und einfach perfekt. Wie auch die Hexe neben ihm. Ein Handgriff von der Profispielerin und die Hexe zeigt ein zweites Ich.

 

Zum Thema:

Für den Kurs »Puppenspiel und Puppenbau« kann man sich anmelden beim Kulturamt des Kreises (Tel. 03535 465101) sowie bei der Kreisvolkshochschule in Bad Liebenwerda (Tel. 035341 2050), in Herzberg (Tel. 03535 465301) und in Finsterwalde (Tel. 03531 7176105). Wo der Kurs stattfindet, richtet nach den Anmeldungen.
Foto: Heike Lehmann; Karin Heym kann vom Puppentheater nicht lassen und sucht Mitstreiter.

Von Heike Lehmann, erschienen in der Lausitzer Rundschau am 11.01.2011
 

Bild zur Meldung: Vom selbstbewussten Däumelinchen