Werk Doberlug-Kirchhain übergibt Panzer an Militärhistorisches Museum in Dresden

10. 02. 2011

Bis zu 400 Lkw im Jahr wurden in der großen Halle im Betriebsteil II der HIL GmbH Werk Doberlug-Kirchhain einst instand gesetzt. Jetzt sind dort drei Panzer für das Militärhistorische Museum übergeben worden.

Die Mitarbeiter der Heeresinstandsetzungslogistik (HIL) haben die Panzer für die musealen Zwecke aufpoliert und hergerichtet. Der Dresdner Museumsleiter Oberstleutnant Matthias Rogg begutachtete bei seinem ersten Besuch in Doberlug-Kirchhain persönlich die Panzerhaubitze M 109, den Artilleriebeobachter M 113 und den Spähpanzer Luchs, der seinen letzten Einsatz für die Bundeswehr im Kosovo hatte.

Aufgereiht warten die Kettenfahrzeuge auf ihr zweites Leben auf der künftigen Außenfläche des Dresdner Museums. Im Frühjahr werden sie nach Sachsen transportiert. Noch in Arbeit sind ein russischer Panzer T 72 und ein Schützenpanzerwagen 50. Ein sechstes Fahrzeug wird die HIL-Werker demnächst beschäftigen - eine Panzerhaubitze 2000, kündigt Produktionsleiter Frank Roßa an.

Die Zusammenarbeit mit dem Dresdner Museum hat für das Doberlug-Kirchhainer Werk eine lange Tradition und bestand schon zu NVA-Zeiten. Oberstleutnant Peter Haug, stellvertretender Museumsleiter in Dresden, spricht von einer »hervorragenden Kooperation«. Auch in Zukunft werde sein Haus in Doberlug-Kirchhain insbesondere Großgeräte restaurieren lassen. »Teilweise sind bei uns bis zu fünf Mitarbeiter damit beschäftigt, im Auftrag der Bundeswehr für das Museum auch kleineres Gerät unter Laborbedingungen zum Einlagern herzurichten«, so Roßa. »Eine Arbeit, die Abwechslung bringt und die wir gern machen«, erklärt er. Den Eindruck vermittelt auch Arbeitsvorbereiter Lars Herfert, der schon vor fünf Jahren bei der Restaurierung eines Opel P4 Jahrgang 1935 für das Museum die technischen Arbeiten koordiniert hatte. Seit 2001 ist er im Doberlug-Kirchhainer Werk beschäftigt. Sven Schnurpfeil und Stefan Banse gehören zu jenen Mitarbeitern mit Geschick, die in den zurückliegenden anderthalb Jahren als »kleine Belohnung« an den Museumspanzern arbeiten durften. Banse ging aus der ersten Lehrlingsgarde von 1991 im Werk hervor, Schnurpfeil hat fünf Jahre später dort seine Lehre begonnen und ist 2000 übernommen worden. 30 Leute waren insgesamt - mal mehr, mal weniger - mit dem Museumsauftrag beschäftigt. »Die eigentliche Produktion von rund 200 Großgeräten jährlich geht natürlich vor«, betont Roßa.

Die Panzer werden äußerlich 1:1 originalgetreu restauriert und konserviert, damit sie mindestens zehn Jahre unbeschädigt unter freiem Himmel stehen können. »Sie kamen ja alle in gebrauchtem Zustand zu uns«, erklärt Lars Herfert. »Sie werden im Ausstellungsbereich zum Kalten Krieg auf dem Freigelände präsentiert«, kündigt Peter Haug an. Bedingung war, dass sie im Innern vollständig entkernt und umweltgerecht aufgearbeitet werden, sodass keine Schadstoffe auslaufen oder ins Erdreich gelangen können.

 

Zum Thema:

Das Militärhistorische Museum in Dresden ist seit September 2010 für umfangreiche Umbauarbeiten geschlossen. Es wird nach Plänen von US-Stararchitekt Daniel Libeskind umgestaltet. Die Wiedereröffnung ist im Herbst 2011 geplant.
 
Foto: Heike Lehmann: Sven Schnurpfeil und Stefan Banse arbeiten auf dem T 72, der für das Militärhistorische Museum restauriert wird.

Von Heike Lehmann, erschienen in der Lausitzer Rundschau am 10.02.2011

 

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