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Insolvenz bremst größte Baustelle des WAV in Oppelhain aus

28. 01. 2011

In Oppelhain wird für 391 Einwohner ein öffentliches Schmutzwasserkanalsystem gebaut. Das ist die derzeit größte Baumaßnahme im Abwasserbereich des Wasser- und Abwasserverbandes Westniederlausitz (WAV) und Teil der Gesamtmaßnahme Erschließung Gorden, Oppelhain und Überleitung nach Rückersdorf.

 

Für die Arbeiten in Oppelhain - Baulos 4 - mit einer Gesamtinvestition von allein 1,2 Millionen Euro wird sich der WAV jetzt einen neuen Auftragnehmer suchen müssen, damit es, sobald wieder Bauwetter ist, weitergehen kann. Die ausführende Firma EMGE Tiefbau Jessen GmbH hat am 17. Dezember vorläufige Insolvenz angemeldet. 54 Arbeitnehmer sind bei der Tiefbaufirma betroffen. Die Jessener Firma war nicht zum ersten Mal Partner des WAV. »Wir haben schon in Rückersdorf mit ihnen gebaut und waren sehr zufrieden«, so Dietmar Seidel, Verbandsvorsteher. In Oppelhain ist die Arbeit erst bis etwa zur Hälfte erledigt. Finanziert wird diese Baumaßnahme mit Rücklagen des Verbandes und über Beiträge. Fördermittel fließen nicht ein.

Der WAV hat beim vorläufigen Insolvenzverwalter, Rechtsanwalt Dr. Stephan Thiemann aus Leipzig, schriftlich angefragt, ob die EMGE Tiefbau Jessen oder ein Nachfolgeunternehmen die Baustelle fortführen kann. Die Antwort darauf steht noch aus. Wie aber Ute Sambale, Sachbearbeiterin für dieses Verfahren in der Pluta Rechtsanwalts GmbH, Büro Leipzig, auf RUNDSCHAU-Nachfrage andeutet, wird die EMGE diese Maßnahme nicht zu Ende führen können. »Da diese Baumaßnahme noch bis Ende September andauern wird, fehlt dazu einfach die Planungssicherheit«, macht sie wenig Hoffnung. Derzeit werden die Insolvenzgründe und die Eröffnungsmöglichkeiten geprüft, erklärt Sambale. Der WAV rechnet nach jetzigem Stand nicht mit finanziellen Verlusten durch diese Insolvenz.

Momentan sind die Bauarbeiten in Oppelhain durch den Winter ausgebremst. Dessen zeitiger Einbruch machte die aufgerissene Hauptstraße zur Winterbaustelle. »Dort fehlt nur die Deckschicht«, so Seidel. Die Baustellenampel wird noch von der Jessener Firma abgesichert.

Von Heike Lehmann, erschienen in der Lausitzer Rundschau am 28.01.2011