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Bei Gebühr droht höherer Preis für Doberlug-Kirchhain

11. 01. 2012

Der Runde Tisch „Wasser 21“ und auch Werner Busse (CDU), neuer Bürgermeister von Sonnewalde, fordern fünf Jahre nach der Fusion der Sonnewalder und Doberlug-Kirchhainer Zweckverbände zum Wasser- und Abwasserverband Westniederlausitz (WAV) „Ein Verband – eine Gebühr“. Mit welchen Folgen, wollte die RUNDSCHAU von Verbandsvorsteher Dietmar Seidel wissen.

Wie groß sind die beiden Versorgungsgebiete des Verbandes?

Im Versorgungsgebiet Sonnewalde leben 4138 Einwohner, in dem von Doberlug-Kirchhain 13 748. Die 277 Frankenaer gehören zum Sonnewalder Gebiet, weil sie als einstiger Sonnewalder Ortsteil zum Fusionstag noch diesem Zweckverband angehörten. Das heißt, wir haben ein Größenverhältnis von etwa 20 zu 80 Prozent – den Einwohnern nach.

Vor allem beim Trinkwasser hat sich Sonnewalde nicht wie in der Fusionsstudie vorausberechnet entwickelt. Was heißt das?

2007 ist man von 0,22 Euro/m{+3} ausgegangen, die nicht von Gebühren gedeckt werden. Tatsächlich zahlten wir bis Ende 2010 bei jedem verkauften Kubikmeter Wasser zwei Euro drauf. Außerdem hat sich bis 2015 ein um rund fünf Millionen Euro höherer Finanzbedarf als angenommen herausgestellt. 2010/11 gab es deshalb Hilfe aus dem Schuldenmanagementfonds. Laut Statusbericht wurde damit für den Trinkwasserbereich Sonnewalde aber jede weitere Kreditaufnahme untersagt. Grundstückseigentümer sollen einmalig ihren Beitrag für Investitionen in die nach 1990 gebauten Trinkwasseranlagen leisten, sofern sie das noch nicht getan haben.

Das ist die sogenannte Altanschließerregel, die die Sonnewalder lieber gegen ein Gebührenmodell für das gesamte Verbandsgebiet austauschen wollen. Was würde das rechnerisch bedeuten?

Das würde erstens heißen, dass alle gezahlten Beiträge den Eigentümern zurückzuzahlen sind. Die Mengengebühr im Raum Doberlug-Kirchhain würde von 1,70 Euro/m{+3} auf 2,28 Euro/m{+3} klettern. Eine Steigerung von 0,58 Euro für jeden Kubikmeter Wasser.

Wer müsste diese höhere Gebühr zahlen?

Davon wären dann alle Trinkwasserkunden – Grundstückseigentümer, aber auch Mieter, Betriebe und die Kommunen – betroffen.

Wie viel Zahlungen sind für Sonnewalder altangeschlossene Grundstücke schon eingegangen?

Bis jetzt sind rund 1,7 Millionen Euro der erhobenen Altanschließerbeiträge gezahlt. Darin enthalten sind 213 000 Euro einmalig gezahlter Baukostenzuschüsse, die wir anrechnen konnten. Für rund 81 Prozent der Grundstücke wurde begonnen zu zahlen oder gezahlt. Auch die Stadt Sonnewalde hat mit den Zahlungen begonnen.

Mit Dietmar Seidel sprach Heike Lehmann.

 

Von Heike Lehmann, erschienen in der Lausitzer Rundschau am 11.01.2012