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Sonnewalder Abwasserpreis steigt auf 7,40 Euro

20. 01. 2012

Die Verbandsversammlung des Wasser- und Abwasserverbandes Westniederlausitz (WAV) hat die Gebühren für 2012/13 am Mittwochabend beschlossen. Die gravierendste Änderung trifft die Sonnewalder und Frankenaer, die künftig für ihr Abwasser 7,40 Euro pro Kubikmeter zahlen müssen. Mit 14-mal Ja, fünfmal Nein und drei Enthaltungen wurde der Erhöhung mehrheitlich zugestimmt.

Nach mehrfacher Vorstellung der Kalkulationen sowohl in Arbeitsberatungen des WAV als auch vor Stadtverordnetenversammlungen von Sonnewalde und Doberlug-Kirchhain war der Beratungsbedarf der Verbandsvertreter am Mittwoch erschöpft. Werner Busse (CDU), Sonnewalder Bürgermeister und damit Verbandsvertreter der Stadt, hatte zwar im Auftrag seiner Stadtverordneten beantragt, den Beschluss zur Abwasser-Gebührenerhöhung zu vertagen bis der Statusbericht vorliegt, der die Abwassersituation vier Jahre nach der Fusion beider Verbände untersucht. Das wurde mit elf Nein-, fünf Ja-Stimmen und sechs Enthaltungen abgelehnt. Begründung: Dann könnte der Wirtschaftsplan gleichfalls nicht beschlossen werden und der Verband im Februar keine Gebührenbescheide verschicken.

Die Abwassergebühren für den Raum Doberlug-Kirchhain bleiben konstant bei 3,42 Euro pro Kubikmeter. Warum die Sonnewalder drei Euro mehr zahlen müssen, begründete Verbandsvorsteher Dietmar Seidel noch vor der Abstimmung mit der direkten Auswirkung von einmalig gezahlten Beiträgen auf die Gebühren. So wurden im Gebührengebiet Doberlug-Kirchhain deutlich mehr Anschlussbeiträge gezahlt. „Die finanzielle Gesamtbelastung ist bis Ende 2011 in Sonnewalde geringer als in Doberlug-Kirchhain“, stellte er klar.

Die jetzige Gebührensteigerung um 1,20 Euro pro Kubikmeter sei aber ausschließlich auf „unterlassene Instandhaltung“ zurückzuführen. „Wir brauchen das Geld, um die Funktionstüchtigkeit der Anlagen im Klärwerk Münchhausen zu erhalten“, so Seidel. Dass 2011 der Aufleitvertrag mit dem Crinitzer Trink- und Abwasserzweckverband geplatzt ist, habe die Situation so zugespitzt, dass nur noch Notreparaturen ausgeführt werden konnten.

Der Kubikmeter Trinkwasser wird für Doberlug-Kirchhain, Kommunen im Amt Elsterland und Gorden weiterhin 1,70 Euro kosten. Dem stimmten alle Verbandsvertreter zu. Im Gebührenbereich Sonnewalde sinkt der Preis von 2,50 auf 2,40 Euro. Hierfür gab es 18 Ja-Stimmen und drei Enthaltungen. Die Mengengebühr für abflusslose Sammelgruben bleibt im Bereich Doberlug-Kirchhain konstant bei 4,98 Euro pro Kubikmeter. In Sonnewalde steigt sie auf 6,69 Euro. Die Mengengebühr für Kleinkläranlagen reduziert sich im gesamten WAV-Gebiet auf 46,04 Euro pro Kubikmeter.

Von Heike Lehmann, erschienen in der Lausitzer Rundschau am 20.01.2012