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Adventskalender

Hauptstr. 27, Fam. Hafra (Bild vergrößern)
Bild zur Meldung: Hauptstr. 27, Fam. Hafra

Mir geht in den letzten Wochen immer wieder der Vers durch den Kopf: »Lasset fahr’n, o liebe Brüder, / was euch quält, / was euch fehlt, / ich bring alles wieder.« Was heißt dies: »ich bring alles wieder«? Es geht nichts verloren, in Christus ist alles aufgehoben, aufbewahrt, allerdings in verwandelter Gestalt, durchsichtig, klar, befreit von der Qual des selbstsüchtigen Begehrens. Christus bringt dies alles wieder, und zwar so, wie es von Gott ursprünglich gemeint war, ohne die Entstellung durch unsere Sünde. Die aus Epheser 1, 10 stammende Lehre von der Wiederbringung aller Dinge ist ein großartiger und überaus tröstlicher Gedanke. Das »Gott sucht wieder auf, was vergangen ist« (Prediger 3, 15) bekommt hier seine Erfüllung. Und niemand hat das so einfach und kindlich auszudrücken

vermocht wie P. Gerhardt in dem Wort, das er dem Christuskind in den Mund legt: »ich bring alles wieder«. Außerdem habe ich zum ersten Mal in diesen Tagen das Lied: »Ich steh an Deiner Krippen hier …« für mich entdeckt. Ich hatte mir bisher nicht viel daraus gemacht. Man muß wohl lange allein sein, und es meditierend lesen, um es aufnehmen zu können. … Es gibt eben neben dem Wir doch auch ein Ich und Christus, und was das bedeutet, kann gar nicht besser gesagt werden als in diesem Lied.

 

Dietrich Bonhoeffer; Widerstand und Ergebung, DBW Band 8, Seite 246

Ich steh' an deiner Krippe hier,
o Jesu, du mein Leben;
ich komme, bring' und schenke dir,
was du mir hast gegeben.
Nimm hin, es ist mein Geist und Sinn,
Herz, Seel' und Mut, nimm alles hin
und lass dir's wohl gefallen.

Da ich noch nicht geboren war,
da bist du mir geboren
und hast dich mir zu eigen gar,
eh’ ich dich kannt’, erkoren.
Eh’ ich durch deine Hand gemacht,
da hast du schon bei dir bedacht,
wie du mein wolltest werden.

Ich lag in tiefer Todesnacht,
du wurdest meine Sonne,
die Sonne, die mir zugebracht
Licht, Leben, Freud’ und Wonne.
O Sonne, die das werte Licht
des Glaubens in mir zugericht’,
wie schön sind deine Strahlen.

Ich sehe dich mit Freuden an
und kann mich nicht satt sehen;
und weil ich nun nichts weiter kann,
bleib’ ich anbetend stehen.
O daß mein Sinn ein Abgrund wär’
und meine Seel’ ein weites Meer,
daß ich dich möchte fassen.

(Paul Gerhardt)